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„Die Hallensituation ist ein Debakel“

veröffentlicht um 08.05.2018, 07:58 von Dirk Ziegelmeier   [ aktualisiert: 08.05.2018, 07:59 ]
Die Ladenburger Sport-Vereinigung (LSV) befindet sich im Aufwind: Was die Entwicklung der Mitgliederzahlen betrifft, kehrt sich der jahrelange Abwärtstrend offenbar wieder um. Laut Statistik, die Kassenwartin Barbara Scholz in der Hauptversammlung im Hubald-Schmitt-Saal der Jahnhalle vorlegte, sind derzeit 1860 LSV´ler in neun Abteilungen aktiv. Das sind rund 100 mehr als im Vorjahr (1759), wenn auch noch nicht so viele wie noch 2011 (1912). 2015 (1708) war der Tiefpunkt erreicht. Große Sorgen bereiten dagegen die nach wie vor fehlenden Trainings- und Spielstätten in Ladenburg.

„Alle Abteilungen sind intensiv an der Jugendarbeit dran, was aber ausgebremst wird von der mangelhaften Hallensituation“, fasste LSV-Vizechef Reinhard Scholz in Vertretung der in Kur befindlichen Vorsitzenden Petra Klodt zusammen. „Das meiste Jugendtraining muss in Ilvesheim stattfinden“, sagte Ralf Korn (Handball). „Der Hallenmangel macht sich bemerkbar“, erklärte Sibylle Gerhardy (Leichtathletik/Triathlon). „Die Hallensituation ist ein reines Debakel“, befand Manuela Sahner (Volleyball). „Teilweise müssen 20 Kinder in einem Hallendrittel trainieren, was eine gute Betreuung schwierig macht“, stellte Gesamtjugendleiter Marc Schuff fest.

Weitere schlechte Nachrichten haben jedoch nichts mit der Hallenkrise zu tun, die sich seit dem Abriss des früheren Martinsschulgebäudes verschärft hat. „Die Kerwe im Benzpark kann nicht in Eigenregie ausgeführt werden“, kündigte der bisherige Fußball-Sportwart Philip Brand an. Da keine andere LSV-Sparte Kapazitäten dafür frei habe, komme „eine externe Lösung“ in Frage. Der Grund: Nach dem Tod von Brandts Vorgänger Dieter Höflein und dem Abgang von Trainer Battal Külcü ist „nichts mehr, wie es mal war“. Brandt, der als Spielertrainer fungiert, und Ahmed Tayibi haben die Abteilungsführung niedergelegt. Voraussichtlich wird in der neuen Saison keine Herrenmannschaft gemeldet. Dabei stehen die glücklosen Kicker auf dem dritten Tabellenplatz. Doch wird ein Großteil der Spieler von außerhalb die LSV verlassen. Man will den Fokus auf den Nachwuchs richten.

2017 verlief „positiv“

Unterm Strich blickt LSV-Chefin Klodt dennoch „positiv“ auf 2017 zurück. Ihren Bericht trug der später im Amt bestätigte Reinhard Scholz vor. Als „Weichenstellung für die Zukunft“ gilt der Vorstandschaft die Erhöhung der Etatmittel für die Jugend. Ziel sei es, den „jungen Mitgliedern durch gemeinsame Unternehmungen auch außersportlich Gemeinschaftserlebnisse zu ermöglichen“. Somit leiste die LSV auch Sozialarbeit. Der Verein stehe an der Seite der politischen Gemeinde, wenn es darum gehe, Ladenburg „wieder zu einer attraktiven Sportstadt zu machen“. Doch müsse sich dies an einer „ausreichenden Zahl von Sportstätten“ messen lassen. Dankbar sei man der Stadt, dass das Römerstadion endlich wieder einen Platzwart habe. Die Wahlen ergaben ferner, dass auch Kassenwartin Scholz im Amt bleibt. Maurice Nickl löst Remy Kunze als Pressewart ab und Simone Schuff die langjährige Schriftführerin Claudia Schmitt.

Quelle: Mannheimer Morgen (http://www.morgenweb.de)