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Die neue Sporthalle im Römerstadion soll 2021 stehen

veröffentlicht um 23.10.2018, 22:40 von Dirk Ziegelmeier   [ aktualisiert: 23.10.2018, 22:41 ]
Ladenburgs Bürgermeister Stefan Schmutz will den Bau einer neuen Sporthalle, die Vereine schon lange fordern, jetzt angehen. Am kommenden Mittwoch, so das Stadtoberhaupt gestern in einem Pressegespräch, möchte er vom Gemeinderat einen Grundsatzbeschluss, wonach die Dreifeldturnhalle für den Schul- und Vereinssport auf dem Areal des Römerstadions gebaut wird. Zudem soll ihm die Bürgervertretung den Auftrag erteilen, mittels Ausschreibung ein externes Planungsbüro zu finden, das den exakten Standort auf dem Areal des Römerstadions ermittelt.

„Ich denke, dass beides auf Zustimmung stößt“, so Stefan Schmutz. Er habe das Projekt nämlich mit dem Gemeinderat vorberaten und zeigt sich überzeugt, dass er die nötige Unterstützung erhält. Im Bürgermeister-Wahlkampf hatte sich Schmutz wegen der Finanzlage skeptisch über das Vorhaben geäußert. Das hat sich mittlerweile geändert: „Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass wir uns das leisten müssen“, sagte er.

Als einen Grund für seinen Gesinnungswandel nannte Schmutz die Sanierungsbedürftigkeit der Lobdengauhalle. „Die Kapazitäten reichen schon heute nicht mehr für den Schul- und Vereinssport. Was geschieht da erst, wenn die Lobdengauhalle saniert wird und für lange Zeit nicht zur Verfügung steht?“ Die Stadt müsste dann Kapazitäten in Nachbargemeinden anmieten.

20 Prozent mehr Bevölkerung

Zudem geht der Bürgermeister davon aus, dass die Ladenburger Bevölkerung durch die Neubaugebiete um rund 20 Prozent wächst. Ziel von Schmutz ist es, dass die neue Halle 2021 steht. Dann soll es an die Sanierung der Lobdengauhalle gehen. Auch deren Ersatz durch einen Neubau will das Stadtoberhaupt nicht ausschließen.

Schließlich hat sich im Vergleich zur Zeit des Bürgermeister-Wahlkampfs die Finanzsituation zum Guten geändert. 2017 durfte sich Ladenburg über ein Einnahmeplus von vier Millionen Euro im Vergleich zur Prognose freuen. „Wir müssen uns diese Halle nicht nur leisten, sondern wir können es auch“, folgert Stefan Schmutz. Die fünf Millionen Euro, die in der mittelfristigen Finanzplanung der Stadt vorgemerkt sind, nennt er „keine unrealistische Zahl“.

Allerdings kann die Stadt diesen Betrag voraussichtlich nicht aus den laufenden Einnahmen bestreiten, wie den Verwaltungsunterlagen für die Ratssitzung zu entnehmen ist. Ein Teil des Geldes müsste demnach über Rücklagenentnahmen, Verkauf von Baugrundstücken oder Kreditaufnahmen hereinkommen. Immerhin, so Schmutz, spare die Stadt nach dem Bau der Halle jährliche Zuschüsse in Höhe von rund 40 000 Euro für die

Anmietung von Hallenkapazitäten

Der über Jahre diskutierte Anbau an die Lobdengauhalle ist damit endgültig vom Tisch. Der Bürgermeister sieht keine Möglichkeit, in deren Umfeld die benötigten 50 bis 60 Parkplätze zu schaffen. Zudem ist dort mit wichtigen Funden aus der Römerzeit und damit langwierigen archäologischen Ausgrabungen zu rechnen.
Vorteile des Standorts

Schmutz zählt die Vorteile des Bereichs Römerstadion auf: Dort gibt es die planungstechnischen Grundlagen und ausreichend Flächen. Zudem liegt das Römerstadion lediglich 750 Meter von den Schulen entfernt.

„Das ist keine Luxusentscheidung, sondern bedingt durch Sachzwänge“, fasst Stefan Schmutz seine Argumente zusammen: „Die Zeit läuft uns weg.“

© Mannheimer Morgen, Donnerstag, 18.10.2018