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Geschichte der LSV bis 12. Juni im Stadtarchiv ausgestellt

veröffentlicht um 07.06.2014, 23:47 von Dirk Ziegelmeier   [ aktualisiert: 07.06.2014, 23:47 ]
Bei der Gala vor einer Woche musste das Historikerherz von Stadtarchivar Oliver Gülck einfach höher schlagen: 340 Fotos auf 13 Stellwänden, die die 150-jährige Geschichte der Ladenburger Sportvereinigung (LSV) zeigten. Dazu noch historische Turngewänder, Protokollbücher oder Auszeichnungen - kein Wunder, dass Gülck diese in seinen Räumlichkeiten haben wollte. "Bei diesem Umfang der Ausstellung sollte jeder mehr Zeit haben, diese zu bewundern, als die wenigen Stunden beim Festakt", begründete der Stadtarchivar, und ergänzte: "15 Prozent der Stadtbevölkerung als Mitglieder - da gehören Verein und Stadt doch sehr eng zusammen."

Auch Bürgermeister Rainer Ziegler, der mit seiner Vertreterin Gudrun Ruster am Samstagnachmittag zur Vernissage kam, fand, dass sich diese Ausstellung allemal lohne. Auch LSV-Vorsitzende Petra Klodt freute es, dass im Jahr 150 der LSV die  Stadt  deren  Geschichte würdigt. Sie dankte nicht nur der Verwaltung, sonders besonders dem Team um Reinhold Arlt, der zusammen mit Nicole Mukherjee und Alexia Korn die Exposition zusammengestellt hatte. Das größte Lob kam beim  Festakt von Heinz Janalik, dem Vizepräsidenten des Landessportverbands: "Da tropft ja Herzblut  heraus  und  atmet Geschichte."

Es sind tatsächlich faszinierende Bilddokumente, die da in mühevoller Kleinarbeit arrangiert wurden. Die Palette reicht von Bildern der Pflastermühle aus dem Jahr 1900, dem Umgestalten einer Fabrik- in eine Turnhalle, der heutigen LSV-Heimat in der Jahnstraße, bis in die Neuzeit. Alle Abteilungen sind verewigt, und man sollte ein gerüttelt Maß Zeit mitbringen, wenn man sich oder Bekannte zu den Öffnungszeiten des Archivs auf den Fotos wiederfinden will.

Gülck ließ sich nicht nehmen, die Vereinsgeschichte nochmals kurz zu beleuchten. Er hatte das erste Schriftstück des Vereins ausgegraben, in dem Karl Schmezer dem Gemeinderat mitteilte, dass sich am 23. Mai 1864 ein Turnverein gebildet habe. Dieser löste sich zwar nach fünf Jahren wieder auf, doch bei der Wiedergründung 1878 forderte die Stadt die Siegel und Vereinsakten ein, so dass nach Meinung des Historikers zu Recht die 150 Jahre gefeiert werden dürfen.

Er spannte den Bogen weiter über die Fusion von TV 78 und TG Jahn zur TSG 1878 im Jahr 1923 bis 1972, als durch das Zusammengehen mit dem SV 1950 die LSV 1864 entstand. Gülcks Vortrag war gleichermaßen lehrreich und unterhaltsam, was auch für Arlts kurze Zusammenfassung gilt, der einige Worte zum Entstehen der Ausstellung sagte. Aus sechs Schachteln galt es, 340 Bilder auszusuchen und auf 13 Platten zu befestigen. Arlt bedankte sich ausdrücklich bei der Schreinerei Wolf, die der LSV nicht nur preislich entgegenkam, sondern auch Werkstatt und Transportmittel zur Verfügung gestellt hatte.

Quelle: Mannheimer Morgen http://www.morgenweb.de/region/mannheimer-morgen/ladenburg/da-tropft-herzblut-heraus-1.1727615