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Ihre „Turnkinder“ zeigen beim Abschied großes Herz

veröffentlicht um 12.01.2016, 10:26 von Dirk Ziegelmeier   [ aktualisiert: 12.01.2016, 10:26 ]
Was für ein Abschied: Am Ende ihrer sowieso schon hinreißenden Vorführung formten die "Turnkinder" auf dem Boden liegend mit ihren Körpern ein großes Herz um "ihre" Marion Baumann. Diese Geste galt der scheidenden Leiterin der Leistungsriege, die auch aus jungen Frauen besteht. Sowohl dafür als auch für die scheidende Übungsleiterin gab es Riesenbeifall im voll besetzten Hubert-Schmitt-Saal. Dort fand zum dritten Mal der Neujahrsempfang der Ladenburger Sport-Vereinigung (LSV) statt.

"Das Herz sagt: weitermachen, aber der Kopf sagt: Es geht nicht mehr", erklärte uns im Gespräch Frau Baumann, die über 20 Jahre lang auch beispielhaft für "Leidenschaft, Sport und Vielfalt" stand. So deutete die Vorsitzende Petra Klodt in ihrer Ansprache die Initialen LSV parallel zur eigentlichen Bedeutung um. Wöchentlich dreimaliges Training, dazu Wettkämpfe, Küren planen, passende Musiken schneiden, Pass- und Meldewesen: Für all das Geleistete dankte Christel Engelhart als Abteilungsleiterin Baumann, die die LSV-Sparte Gesundheitssport sowie eine Turnstunde weiterhin leiten wird. Das Amt der Gesamt-Jugendleiterin jedoch will die 55-jährige an Ort und Stelle bei der Hauptversammlung am 29. April ebenso in jüngere Hände geben.

"Es  war für mich sehr schön zu sehen, dass die Mädchen mich mögen, und das gilt bei mir für jede einzelne von ihnen ebenso", erklärte die Inhaberin des nationalen B-Trainerscheins. Sie wolle keine Lizenz verfallen lassen, um dem Nachwuchs weiterhin hilfreich zur Seite zu stehen. Ihren bisherigen Posten in  der Leistungsriege übernimmt die turnbegeisterte Studentin Rebecca Podstoletz, die als Übungsleiterin unterstützt wird von Kyra Streib sowie den Jugendlichen Nicola Lorenz, Franka Quendt und Sara Schmitt.

Wie viele Aktive verfolgen sie und LSV-Chefin Klodt "mit großer Sorge die Ladenburger Hallensituation": Die Vorsitzende erwartet "zeitnahen Ersatz für den absehbaren Wegfall der Kapazitäten durch den Abriss der alten Martinsschule samt Sporthalle". Diesbezüglich hofft Frau Klodt, dass "alle Entscheidungsträger in unserer Stadt ihrer Verantwortung für den Sport gerecht werden, besonders im Hinblick auf die Jugend". Hintergrund: Aufgrund des befürchteten Einbruchs bei der Gewerbesteuer könnten Investitionen mit hohen Folgekosten derzeit im Vorfeld der Etatgespräche im Gemeinderat zumindest wieder zur Diskussion stehen.

Die LSV will sich ihrerseits jedenfalls als "starker Verein mit Leidenschaft für den Sport in seiner Vielfalt auch 2016 wieder einsetzen und Herausforderungen annehmen", zeigte sich Frau Klodt energisch. So gelte es, die eigene Jahnhalle weiter zu sanieren, wieder einen Pächter fürs Vereinslokal zu finden und abteilungsübergreifend Konzepte im Jugendbereich wie beispielsweise eine Ballschule zu entwickeln. Zum Abschluss gab es "Tequila", allerdings nur als Latinrock-Nummer der Marching-Band der städtischen Musikschule, die erneut begeisternd mitwirkte.


Quelle: Mannheimer Morgen http://www.morgenweb.de