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Jahreshauptversammlung 2016 (RNZ)

veröffentlicht um 03.05.2016, 03:03 von Dirk Ziegelmeier   [ aktualisiert: 03.05.2016, 03:03 ]

In seiner nun fast 16-jährigen Amtszeit besuchte Bürgermeister Rainer Ziegler nur wenige Jahreshauptversammlungen. Es ist sein Grundsatz, nur bei besonderen Anlässen die Vereinsversammlungen zu besuchen. Am Freitag war wieder einmal so ein besonderer Anlass gekommen: In der Versammlung des mitgliederstärksten Vereins der Römerstadt, der Ladenburger Sportvereinigung (LSV), ist der Unmut wegen der Hallensituation groß. Ziegler stellte sich der Kritik.

Hintergrund ist die geplante Sporthalle, die Ziegler aus dem Haushaltsplan gestrichen hat. Nun haben besonders die ballsporttreibenden Vereine ein Problem. Daher war es nicht verwunderlich, dass fast alle LSV-Abteilungsleiter die Situation in ihren Jahresberichten ansprachen. Mit Sarkasmus beendete zum Beispiel der Sprecher der Abteilung Basketball, Michael Hartmann, seinen Bericht: "Die Abteilung Basketball schaut voller Vorfreude dem Ausbau der Lobdengauhalle entgegen."

Can Demirakca, von der Handballabteilung macht sich Sorgen um die Zukunft des Handballs in Ladenburg und die Jugendleiterin Marion Baumann kann nicht verstehen, dass in der wachsenden Stadt eine große Zahl von sportwilligen Kindern und Jugendlichen wegen fehlender Hallenkapazitäten nicht mehr betreut werden kann.

Die härteste Kritik hörte Ziegler aber von LSV-Vorsitzender Petra Klodt. Wegen der Hallensituation, sagte Klodt, hätten schon jetzt einige LSV-Sportler den Verein verlassen. Ganze Mannschaften kehrten der Römerstadt den Rücken. Viele hielten durch, weil mit dem Versprechen eine Sporthalle zu bauen, eine mittelfristige Lösung in Sicht war. Daraus wird jetzt nichts. Die Absage stieß Klodt sauer auf. "Jahrelang schoben die Verantwortlichen der Stadt den Bau der neuen Halle vor sich her. Auch in besseren Zeiten rückte das Projekt in der Prioritätenliste immer wieder nach hinten." Sie stellte unter dem Applaus der Mitglieder die Frage, ob in Ladenburg der Sport noch ausreichend wertgeschätzt werde.

Schon im Vorfeld hatte es im Verein interne Auseinandersetzungen wegen der Hallenbelegung gegeben. Für 25 weggefallene Sportstunden mussten Alternativen gefunden werden. Es wurde eine Notlösung erarbeitet, so dass die aktuellen Mannschaften zwar versorgt sind. Erweiterungen im LSV sind aber nicht vorstellbar. Damit gibt sich Klodt nicht zufrieden. "Die Kommunalpolitik wird nicht umher kommen, auf die Gesamtproblematik zu reagieren, wenn man als Sportstadt weiterhin punkten will."

"Wir sind in einiger ganz schwierigen Situation, dafür halte ich den Kopf hin", sagte Bürgermeister Ziegler. Die dramatischen Steuereinbußen, die Ladenburg durch den Wegzug von Reckitt-Benckiser verkraften muss, treffe alle Einrichtungen und Institutionen in der Stadt. "Auch der Sport muss jetzt seinen Beitrag zur Bewältigung der Krise leisten", meinte Ziegler.

Er hob jedoch hervor: "Ladenburg ist und bleibt eine Sportstadt." Die derzeitige Situation sei zwar traurig, aber nicht zu ändern. Ziegler sagte auch, dass die Versorgungsleitungen in der Sporthalle der Alten Martinsschule gekappt wurden. Sport kann in der Halle schon jetzt keiner mehr ausgeübt werden. Der Bürgermeister betonte aber, dass er und die Vorsitzende weiterhin respektvoll miteinander umgehen werden. Man versuche gemeinsam Lösungen zu finden, was Klodt kopfnickend bestätigte.

Zwar bestimmten die negativen Entwicklungen zum Thema "Sporthalle" die JHV, es gab aber auch zahlreiche erfreuliche Botschaften. Klodt konnte den Mitgliedern berichteten, dass endlich ein Wirt für die Vereinsgaststätte gefunden wurde.

Sehr erfreulich ist auch die finanzielle Entwicklung im Verein. Es wurden wieder mehrere Großprojekte, wie die Umrüstung der Jahnhalle auf neue LED-Lichttechnik, gestemmt. Der Verein baut seine Verbindlichkeiten weiter ab und ist auf einem guten Weg, bald schuldenfrei zu sein, freute sich Hauptkassiererin Barbara Scholz.

Sorge bereitet dem Verein die Trainersituation. In fast allen Abteilungen fehlen Trainerinnen und Trainer. "Die Eltern haben einen hohen Anspruch, aber wenn es darum geht zu helfen, dann sieht es schlecht aus", sagte die Leiterin der größten LSV-Abteilung, Christel Engelhart von den Turnern.

Reibungslos wurden die Neuwahlen über die Bühne gebracht. Gewählt wurden: Reinhard Scholz (stellvertretender Vorsitzender), Rudi Engelhart (kaufm. Geschäftsführer), Barbara Scholz (Kassiererin), Claudia Schmitt (Schriftführerin), Berni Klodt (techn. Leiter), Marc Schuff (Jugendleiter), Dirk Ziegelmeier (Web-Master).

Wichtig war der Vorsitzende auch der Dank an die langjährigen Abteilungsleiter. Ausgezeichnet wurden: Maria Mainka (Tanzen), Dieter Höflein (Fußball), Wolfgang Lorenz (Tischtennis), Michael Hartmann (Basketball), Can Demirakca (Handball), Markus Tkotz (Volleyball), Marion Baumann (Gesundheitssport), Günter Bläß (Leichtathletik) und Christel Engelhart (Turnen).


Quelle: Rhein-Neckar Zeitung (http://www.rnz.de/)