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Kandidaten werden mit Sorgen der Sportvereine konfrontiert

veröffentlicht um 08.12.2016, 23:48 von Dirk Ziegelmeier   [ aktualisiert: 08.12.2016, 23:48 ]
Die Sportvereine der Römerstadt erwarten keine Wunder vom neuen Stadtoberhaupt, das am 22. Januar zu wählen ist. Aber sie wünschen sich klare Ziele und dass diese konsequent verfolgt werden. Ganz oben auf der Liste: Ausreichende Trainings- und Spielflächen sowie bessere Pflege des Römerstadions durch einen Platzwart. Das verdeutlichten rund 100 Vereinsvertreter bei der nicht öffentlichen Podiumsdiskussion mit allen drei bislang bekannten Bürgermeister-Kandidaten im Hubald-Schmitt-Saal der Ladenburger Sport-Vereinigung (LSV).

Die Bewerber Corinna Schierz (Gorxheimertal), Stefan Schmutz (Mannheim) und Mario Unholz (Ladenburg) stellten sich den drängenden Fragen - wohlwissend, dass die Haushaltslage aufgrund des zu erwartenden Einbruchs der Gewerbesteuer künftig kaum Spielräume eröffnet. Für Thomas Thieme (Fußball-Verein FV 03) sprachen sich zwei Kandidaten, nämlich Schierz und Unholz, "eher für mehr Hallenkapazität und Römerstadionpflege" aus, während Schmutz dies aus finanziellen Gründen "weiter in der Ferne" sah. "Ich erwarte, dass das Vorhandene erhalten und in Stand gesetzt wird und weiterhin die Tür für uns Vorsitzende offen steht im Rathaus", sagte Thieme. Neben ihm saßen Joachim Loose (Athletik-Sport-Verein ASV), Peter Schmiedel (Baseball-Club) und Richard Seipp (Budo-Club) auf dem Podium. LSV-Vize Georg Sladek ("Wir können nicht noch vier Jahre auf eine Halle warten") moderierte.

Dramatische Situation

Wie dramatisch die Situation für viele der sage und schreibe 19 örtlichen Sportvereine aussieht, legte Klodt als Gastgeberin dar. Die durch den ersatzlosen Abriss der alten Martinsschulhalle entstandene Krise verschärfe sich ihrer Ansicht nach weiter, wenn bald die 40 Jahre alte Lobdengau-Halle zu renovieren sei. Die sozialen Funktionen der Sportvereine seien auch durch Taten wertzuschätzen. "Wir sind aber mit unseren Sorgen nie angenommen worden", findet Klodt.

ASV-Chef Loose glaubt eine Ursache zu kennen: "Sportvereine sind unterrepräsentiert im Gemeinderat." Er befürchtet, dass das Römerstadion "ohne Platzwart vor die Hunde" geht. Ebenso sah es Schmiedel. Auch seine Sorge ist, "dass wir Jugendliche an Vereine anderswo verlieren". Seipp wirkte zufrieden und regte "mehr Austausch und Synergien" an.

Auf entsprechende Fragen aus dem Publikum nannte Schierz Fördermittel und Sponsoring als mögliche Quellen. Für sei bleibe der Ausbau der Hallenkapazität "eines der wichtigsten Projekte, die angegangen werden müssen". Sponsoring sei kein Selbstläufer, aber Fördermittelberatung denkbar, sagte Schmutz und betonte, dass ein "Anbau vor Hallenrenovierung ein Witz" wäre. Eine weitere Verschuldung sei kein Weg: Man müsse sich den Realitäten stellen, deshalb könne er nichts versprechen. "Es wäre gut, wenn wir uns bald Verbesserungen leisten könnten: Das wäre mein erster Wunsch, wenn Finanzen da sind", so Unholz.

Keine Wahlempfehlung

Solange ist für ihn eine "bessere Vernetzung der Vereine" durch den neuen AK Sport im örtlichen Dachverband OAL ein Hoffnungsschimmer. "Sehr zufrieden mit der Resonanz", zeigte sich LSV-Chefin Klodt. Man werde aber keine Wahlempfehlung abgeben. "Wir haben gezeigt, dass wir Sportvereine zusammengerückt sind. Jeder der Kandidaten hat unsere Sorgen aufgenommen", erklärte Klodt, "und jetzt hoffen wir, dass es Möglichkeiten zur Umsetzung gibt."

Quelle: Mannheimer Morgen