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Wolfgang Lorenz neuer OAL-Vorsitzender

veröffentlicht um 28.02.2017, 03:13 von Dirk Ziegelmeier   [ aktualisiert: 28.02.2017, 03:13 ]
Seit einem Jahr war er angekündigt, in der Jahreshauptversammlung des Ortsausschusses für Leibesübungen (OAL) vollzog Kurt W. Zepf nun seinen Rücktritt als Vorsitzender. 21 Jahre lang stand er an der Spitze der Dachorganisation der Sport treibenden Vereine. Zukünftig will er sich mehr Zeit für sein Privatleben nehmen und sich mehr um seine sechs Enkel kümmern.

"Trotz der schwierigen Hallensituation hat mir die Aufgabe viel Erfüllung gegeben", sagte Zepf in seiner letzten Rede im Nebenzimmer der Gaststätte "Zur Jahnhalle". Unter anderem war es die Aufgabe des OAL, die zur Verfügung stehenden Sportstätten gerecht unter den Vereinen für Training und Rundenspiele zu verteilen.

Die unzulängliche Hallensituation, die besonders die Ballsport treibenden LSV-Abteilungen trifft, ist in Ladenburg hinlänglich bekannt. Durch den Abriss der Sporthalle in der "Alten Martinsschule" ist die Situation noch schwieriger geworden. Zepf stellte im Vorjahr daher einen Notplan auf. Dank der zusätzlichen Unterstützung von Nachbarkommunen gelang es so, dass die Aktiven ihren Sport weiter ausüben konnten.

In seiner Abschiedsrede bedauerte Zepf, dass es Bürgermeister Rainer Ziegler in seiner 16-jährigen Amtszeit nicht gelungen war, die dringend benötigte neue Sporthalle auf den Weg zu bringen. Durch den Wegzug von Reckitt Benckiser, des größten Steuerzahlers der Stadt, sei das Ziel nun in noch weitere Ferne gerückt. Die Zusammenarbeit mit Ziegler und der Verwaltung bezeichnete Zepf dennoch als vertrauensvoll. "Ich habe immer offene Türen vorgefunden, wenn es ein Problem zu lösen gab."

Zepf stand vor vielen Baustellen, als er vor 21 Jahren den Vorsitz im OAL übernahm. Ihm gelang es gleich zu Beginn, dass der OAL den Status der Gemeinnützigkeit erhielt. Zepf führte eine neue Richtlinie für die Sportstättenvergabe ein und modernisierte die Voraussetzungen für die Sportlerehrung. Auch die Organisation der Sportabzeichenaktion findet jetzt unter dem Dach des OAL statt. Eine Meisterleistung gelang dem Vorsitzenden bei der Mitorganisation des Deutschen Turnfestes 2013 in Ladenburg.

Im Namen des Vorstands und der Sportvereine dankte Stellvertreterin Hanne Pawlik dem scheidenden Vorsitzenden. Sie bezeichnete Zepf als lösungsorientierten Menschen mit "überragendem Organisationstalent". Die offizielle Verabschiedung Zepfs finde in einer separaten Veranstaltung statt, kündigte Bürgermeister Rainer Ziegler im Beisein seines Nachfolgers Stefan Schmutz an. Einen Nachfolger für den Vorsitz des OAL konnte Zepf selbst vorschlagen. Er habe viel Überzeugungsarbeit geleistet, damit auch zukünftig eine kompetente und besonnene Persönlichkeit die Dachorganisation führe, sagte er.

Diese Aufgabe wird zukünftig der Leiter der LSV-Tischtennis-Abteilung, Dr. Wolfgang Lorenz, übernehmen. Der Chirurg wird beruflich etwas kürzer treten und will seine Freizeit gerne der Stadt zur Verfügung stellen, in der er sich seit Jahrzehnten wohlfühlt. Ihm war es wichtig, ein gut bestelltes Haus zu übernehmen. Weil er beste Voraussetzungen vorfand, sagte der zweifache Familienvater letztendlich zu. Seine Wahl war dann nur noch Formsache, sodass sich Lorenz über ein einstimmiges Votum der Vereinsvertreter freute. Er will sich nicht nur als Krisenmanager bei der Hallen- und Stadionvergabe zur Verfügung stellen. Dem neuen Vorsitzenden ist die Förderung des Jugendsports besonders wichtig.

In der Versammlung hörten der neue OAL-Vorsitzende und der zukünftige Bürgermeister Stefan Schmutz auch Kritik von Vertretern der LSV und des ASV. Die Sportstätten sollten nicht mehr für "außersportliche Veranstaltungen" wie die Skat-Meisterschaft, gesellschaftliche Veranstaltungen oder das Jugendzeltlager der Pfadfinder "zweckentfremdet" werden. "Unsere Werferwiese wird als Parkplatz für mittlerweile drei Pferdesport-Turniere blockiert. Das ist unsere Trainingsstätte. Uns werden Entscheidungen, die die Verwaltung trifft, übergestülpt", sagte der ASV-Vorsitzende Joachim Loose.

Die LSV-Vorsitzende Petra Klodt erkannte zwar, dass die Vereine Gast in den städtischen Sportstätten seien, aber auch sie forderte einen sensibleren Umgang bei der Vergabe der Sportstätten. Einig waren sich die Verwaltung und die Vereine, dass Gesprächsbedarf besteht. Der neue Vorsitzende Lorenz will das Problem angehen.

Quelle: Rhein-Neckar-Zeitung