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Ladenburg: 63 Kinder haben mächtig Spaß

Beim einwöchigen Sommercamp der LSV standen spielerische und technische Elemente aus nahezu allen Disziplinen im Mittelpunkt.


Für Jana steht am letzten Tag des Sommercamps ihr Urteil fest. „Es ist super“, sagt die achtjährige Teilnehmerin freudestrahlend. Die aufgeweckte Astrid-Lindgren-Grundschülerin ist nur eine von insgesamt 63 begeisterten Mädchen und Jungen, die das einwöchige Ferienlager der Ladenburger Sport-Vereinigung (LSV) genießen. Als aktive Rope-Skipperin und Leichtathletin schätzt es Jana, nun auch mal andere LSV-Sportarten auszuprobieren: „Basketball, Volleyball und Handball haben mir am besten gefallen.“

Das ist genau das erstmals angewendete Konzept hinter dem sportlich-spielerischen Angebot im Römerstadion und - freilich wetterbedingt - auch in zwei städtischen Hallen: Mindestens je drei Übungsleiter aus nahezu allen Abteilungen des Mehrspartenvereins wirken diesmal mit. So bekommen die Kinder Einblicke in Handball, Basketball, Volleyball, Fußball, Turnen, Tischtennis, Leichtathletik, Triathlon und Rope-Skipping (Seilsprung).


Über den Tellerrand hinaus

Aufgeteilt in zwei Gruppen an Vor- und Nachmittagen, vertiefen die Nachwuchssportler nicht nur ihre eigene Disziplin, sondern schauen auch über den Tellerrand und knüpfen neue Kontakte. „Einige haben neue oder weitere Disziplinen für sich entdeckt, und wir sind froh darum, dass man innerhalb des Vereins Sportarten wechseln oder kombinieren kann“, sagt die Vorsitzende Petra Klodt.

„Die machen das ziemlich gut, und ich könnte es jedem meiner Freunde empfehlen“, sagt Lennard: Auch der elfjährige LSV-Leichtathlet sowie außerdem Kampfsportler (Wing Tsun) und Schwimmer, der das Carl-Benz-Gymnasium besucht, ist hochzufrieden mit dem Programm. Dass sich Eltern enttäuscht gezeigt hätten, weil ihre Sprösslinge nicht teilnehmen konnten, bedauert LSV-Chefin Klodt ausdrücklich. Doch habe man die Teilnehmerzahl vor allem aus räumlichen, aber auch aus personellen Gründen begrenzen müssen.


Nach fünf Minuten ausgebucht

So sei das Angebot nach fünf Minuten im Internet ausgebucht gewesen. Man habe eben eine „gute Betreuung gewährleisten“ wollen, bittet Klodt die Eltern ausdrücklich um Verständnis.

„Die Kinder sind glücklich, wieder in Gruppen Sport machen zu dürfen“, berichtet Klodt und hofft inständig, dass nach Ferienende weiterhin Sport im Verein möglich sein werde. „Das ist wichtig für die Kinder“, weiß sie aus der beim Camp gesammelten Erfahrung.

Deshalb ruft die LSV mit Plakaten in der Stadt eindringlich dazu auf, sich impfen zu lassen. „Ich bin stolz darauf, dass wir das gemeinsam auf die Beine gestellt haben“, sagt LSV-Jugendleiter Marc Schuff, der zusammen mit Anne Vormwald das bereits seit Februar online konferierende Camp-Organisationsteam anführt.

Dass am Ende alles gelungen sei, habe wegen der Wetterkapriolen viel Flexibilität bei allen erfordert - auch bei den städtischen Hausmeistern. Doch habe sich die gesamte Verwaltung kooperativ gezeigt und die während der Ferien eigentlich für Wartungsarbeiten gesperrten Hallen bei Bedarf geöffnet.


Stauwasser entfernt

Dabei seien die Akteure nicht zimperlich gewesen: „Wir haben im Stadion gekehrt und Stauwasser entfernt“, berichtet Schuff. Zwei Drittel der Teilnehmer haben obendrein das Sportabzeichen abgelegt. Marc Schuffs zufriedenes Fazit: „Mit solchen Kindern kann Ladenburg optimistisch in die Zukunft schauen - jetzt brauchen wir nur noch genug Sportstätten.“


Quelle: Mannheimer Morgen



Die Ladenburger Sport-Vereinigung (LSV) trifft mit ihren Veranstaltungen stets den Geschmack der Sportbegeisterten. Das zeigt sich unter anderem beim Anmeldeboom für das Triathlonfestival, bei dem meist nach nur einer halben Stunde alle Startplätze vergeben sind. Noch schneller ging es jetzt beim Feriencamp: innerhalb von nur fünf Minuten waren die 70 Plätze für Kinder, die sich an der LSV-Sportwoche beteiligen wollen, belegt.

Die Mitorganisatorin des Triathlons, Anne Vormwald, hatte die Idee, dass der Verein eine Art Abteilungs-Olympiade anbieten könnte, um das Leistungsspektrum der neun LSV-Abteilungen zu präsentieren. Ihre Neuerung stieß bei den Abteilungsleitern und Trainern auf breite Zustimmung. Nach einer zeitintensiven Vorbereitungsphase war es am vergangenen Freitagmorgen so weit. Die junge Sportgemeinde kam pünktlich ins Römerstadion, um einen ersten Flexibilitätstest zu machen. Weil die Wetterprognosen alles andere als optimal waren, entschlossen sich die Veranstalter, ihre Sportwoche in die Lobdengauhalle zu verlegen.

Von der Stadtverwaltung gab es für die Hallennutzung grünes Licht, was LSV-Vorsitzende Petra Klodt dankend registrierte. Sie war froh, dass die Sportwoche so gut angenommen wurde. Zum einen werden durch die Schnupperangebote die zahlreichen Sportmöglichkeiten im Großverein aufgezeigt. Zum anderen sollen die Kinder erfahren, wie der Trainingsablauf in den anderen Abteilungen ist.

Hauptorganisator Marc Schuff ergänzte, dass es das oberste Ziel sei, Kinder und Jugendliche für Sport zu begeistern. Im Verein werde viel Wert auf die Pflege der Gemeinschaft gelegt. "Man gewinnt zusammen und ist happy, aber man verliert auch zusammen und kann die Enttäuschung gemeinsam verarbeiten", sagte der LSV-Jugendleiter. Er selbst engagiert sich auch als Basketball-Trainer.

Durch die Olympiade in Tokio war bei vielen Teilnehmern der Sportwoche der Blick auf die Goldmedaillen-Gewinner gerichtet. Weitspringen wie Malaika Mihambo, Tischtennisspielen wie Dimitrij Ovtcharov oder Turnen wie Elisabeth Seitz müsste man können – die Spitzen-Leistungen der Olympiateilnehmer werden auch von den kleinen Sportfans interessiert verfolgt.

In den Übungsstunden fordern die 40 Trainerinnen und Trainer der Abteilungen Volleyball, Basketball, Handball, Fußball, Tischtennis, Rope Skipping, Leichtathletik, Triathlon und Turnen aber zunächst einmal keine Spitzleistungen ein. Wenn sie allerdings Talente sichten, nehmen sie Kontakt mit den jeweiligen Leistungszentren in der Metropolregion auf. Ihre primäre Aufgabe sehen die LSV-Trainer aber darin, den Kindern die Freude an der Bewegung zu vermitteln. Nicht selten werden im Sportverein Freundschaften fürs Leben geschlossen, und Jugendleiter Schuff hat festgestellt, dass auch die Eltern der Kinder oft Freunde werden.

90 Euro kostete die Teilnahme an der LSV-Sportwoche. Jedes Kind erhielt dabei ein Trainings-T-Shirt in der LSV-Vereinsfarbe rot und eine ausgewogene, gesunde Verpflegung. Vereinsvorsitzende Klodt dankte zur Eröffnung des Sportcamps der Pfälzer Firma "Kartoffel-Kuhn", die frisches Obst zur Verfügung gestellt hatte. Die Getränke finanzierte Dieter Keller vom Ladenburger "Edeka-Markt", sodass die ehrgeizige Sportgemeinde, quasi ohne die Vereinskasse zu belasten, versorgt war. Klodt war auch voll des Lobes für die "perfekte Organisation". Jedes Kind bekam eine Laufkarte, die an den jeweiligen Stationen abgestempelt wurde, wenn es die Übungsvorgaben erfüllt hatte.

"Das Training macht mir riesigen Spaß", fand Leon. Eigentlich spielt er am liebsten Fußball, aber Basketball fand er nun auch "richtig cool". Die sechsjährige Laura war noch nie Mitglied in einem Sportverein. Ihr gefielen die Trainingseinheiten der Rope-Skipping-Trainerinnen besonders gut. Jetzt will sie ihre Eltern davon überzeugen, dass das schnelle Seilspringen der richtige Vereinssport für sie ist.

Petra Klodt hörte die positiven Meldungen der Sportwochen-Teilnehmer gerne, und gegen den ein oder anderen Vereinseintritt hat die Vorsitzende natürlich nichts einzuwenden. Trotz Corona blieb die Mitgliederzahl im größten Verein der Römerstadt mit 1800 recht konstant. Jetzt hofft Klodt, dass ein weiterer Lockdown abgewendet werden kann, denn die aktiven Mitglieder sehnen sich nach ihren Sportstunden. Klodt wirbt dafür, dass sich die LSV-Mitglieder gegen Covid-19 impfen lassen. "Geimpfte Personen übernehmen Verantwortung, weil sie sich und ihre Mitmenschen schützen."


Quelle: Rhein-Neckar-Zeitung